Unser Experiment – 1 Woche Plastikpause

Der erste plastikfreie Einkauf

Der erste plastikfreie Einkauf war gar nicht so einfach und die Anfangsschwierigkeiten bei unserem Experiment waren doch groß. Die Kollegen und Kolleginnen gingen in den Supermarkt und stellten fest, dass man nur sehr eingeschränkt einkaufen konnte, ja eigentlich fast nichts mitnehmen konnte wie gewohnt. Normalerweise schaut jeder, dass er die Produkte bekommt, welche er einfach gerne mag - doch ab jetzt gab es für eine Woche nur noch ein Kaufargument: „Keine Plastikverpackung!“ Das war für uns eine spannende Herausforderung.

Also nahmen wir beim nächsten Einkauf im Supermarkt nun stets einen Korb mit Gläsern, Dosen und Stoffsäckchen für Käse und Obst mit. Früchte und Gemüse ließen sich so auch beim Grossverteiler problemlos ohne Plastiksäcklein kaufen. An Grenzen stieß jeder aber beim Bio-Gemüse, das häufig in eine Plastikfolie eingeschweißt ist. Ebenso war es schwierig Milchprodukte, Fleisch, Süßigkeiten und Toillettartikel ohne Plastikverpackung zu bekommen. Es stellte sich sehr schnell heraus: Einkaufen wie bisher war nicht mehr möglich!

Resümee-Workshop der ebm-papst-Mitarbeiter:

Resümee-Workshop der ebm-papst-Mitarbeiter:

Im Supermarkt ist heutzutage fast alles in irgendeiner Form in Plastik verpackt. Die Begründungen dafür reichen von Hygienevorschriften bis zu besserem Transport und längerer Haltbarkeit. Folglich mussten wir gewisse Dinge ohne Plastikverpackung regelrecht suchen und es war anfangs tatsächlich ein aufwändigerer Weg, welcher auch merklich viel mehr Zeit in Anspruch nahm.

Resultat des Workshops:

Daher bedurfte es im nächsten Schritt den Einkauf gezielter zu planen. Das Ergebnis war, dass das Team den Entschluss fasste, die Einkaufsgewohnheiten komplett umzukrempeln und entschied den kommenden Einkauf ausschließlich am Wochenmarkt, ab Hof beim Bauern und im Biomarkt vorzunehmen.

Und das Fazit war: Geschafft – kein Plastikmüll produziert und die Umstellung war doch gar nicht so schwer wie vorher gedacht.

Statements:

Bernhard Fischer:

Der Anfang war für mich schwer, aber danach freut man sich, wie viel weniger Müll auf einmal produziert wird. Milch und Joghurt besorge ich ab jetzt im Biomarkt in Form von Pfandsystem und bei Fleisch und Käse sind es vor allem Hofläden, Marktstände und kleine Lädchen, die sich flexibel zeigen. Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchte findet man dort auch relativ leicht unverpackt.

Bettina Türk:

Schnappt euch den guten alten Stoffbeutel und geht beim Bäcker um die Ecke einkaufen, anstatt eingeschweißtes Toastbrot aus dem Supermarkt zu holen! Geht in den Garten und baut euer eigenes Gemüse an wie ich! Kauft eure Milch und euren Joghurt aus dem Glas und nicht aus Plastikbechern! Wählt an der Kasse die Papiertüte und nicht den Plastikbeutel! Die Umstellung ist zugegeben nicht ganz einfach, aber möglich.

Andrea Noatnick:

Wie schwierig es ist mal gänzlich auf Plastik zu verzichten merkt man sofort, wenn man anfängt sich nach Gegenständen in der eigenen Wohnung umzuschauen. Dieser Müll umgibt uns überall! Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie selbstverständlich Plastik Einzug in alle Lebensbereiche erhalten hat und Alternativen dazu aufzuzeigen, das war das Hauptanliegen unserer plastikfeien Wochen gewesen.

Alexandra Nodes:

Als Erstes hab ich mir eine Glastrinkflasche besorgt, um diese jeden Tag für mich im Büro mit Wasser zu befüllen. Wie sinnlos es jetzt doch scheint, jeden Tag eine neue Flasche zu nehmen und wegzuschmeißen. Ich habe damit nicht nur Plastik, sondern auch Geld gespart.

Rudolf Ehrentraut:

Einige Gemüsesorten, welche ich gerne gekauft hätte, gab es einfach nicht ohne Plastikverpackung. Bei den Äpfeln griff ich dann alternativ zu einer anderen Sorte, welche lose zu bekommen war. Beim Waschmittelkauf zeigte sich das Problem, dass flüssiges Waschmittel in Plastikflaschen gefüllt ist. So nahm ich zum ersten Mal Waschpulver, denn dies ist in einem Pappkarton verpackt. Ohne das Plastikexperiment hätte ich einige Produkte so vielleicht nie gekauft und kennengelernt.

Astrid Littek:

Ich zum Beispiel habe Zahnpasta, Duschgel und Shampoo ganz ohne Plastik im Reformladen entdeckt. Vieles finde ich auch auf unserem wöchentlichen Dorfmarkt. Unser Projekt hat mich gelehrt, dass die Zukunft in unserer Hand liegt und mein Ziel ist es, dies auch meinen Kindern weiterzuvermitteln.

Jelena Kajtez:

Ich bin froh, dass unsere Challenge nur eine Woche ging, so dass wir jetzt wieder unsere Lieblingsschokolade und Süßes essen dürfen. Ich habe aber auch viel daraus gelernt und gesehen, wie viel unsinnigen Müll wir mit etwas Bedacht vermeiden können und werde weiterhin bewusst einkaufen.

Unser Fazit

Christina Krupp:

Plastik benötigt 120 Jahre bis es verrottet – ein erschreckender Gedanke!

Wir haben unseren Plastikkonsum bzw. -verzicht hauptsächlich auf den Bereich Essen & Trinken konzentriert. Und an dieser Stelle ließ sich wirklich eine Menge Müll einsparen und das nur in einer Woche. Im Bereich Körperpflege ist eine Umstellung doch viel schwieriger. Nichts desto trotz kann JEDER seinen eigenen Plastikmüllproduktion nachhaltig reduzieren, indem man einfach auf die Sachen verzichtet, die man wirklich nicht braucht. Wenn man genauer darüber nachdenkt, findet sich da einiges. Schon das hilft unserer Umwelt und uns selbst, nicht so verschwenderisch mit allem umzugehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Erde ein wertvoller Planet ist auf dem wir leben.

Tipps, um Plastikmüll zu reduzieren:

  • Joghurt statt im Plastikbecher im Glas
  • Wurst- und Käseaufschnitte in der Bedienung in die eigene Dose schneiden lassen
  • Reis und Nudeln in Schachteln kaufen
  • Einkaufskörbe oder Stofftaschen statt Plastiksackerl verwenden
  • Getränke in Glasflaschen kaufen
  • Brot im Ganzen beim Bäcker kaufen und bei Bedarf selbst teilen und einfrieren
  • Obst und Gemüse ins eigene Stoffsackerl einpacken
  • Gemüse- und Kräuteranbau im Garten